
Let them? Let me? Know yourself!
In den sozialen Medien begegnet uns seit einiger Zeit der Rat der Coachin und Autorin Mel Robbins: Let them! Wenn Menschen sich anders verhalten, als wir es uns wünschen, wenn sie uns enttäuschen, wenn sie sich distanzieren, wenn sie unsere Grenzen nicht respektieren. Dann: Lass sie! Der Gedanke dahinter ist durchaus wertvoll: Wir können andere Menschen nicht kontrollieren. Wir können nur entscheiden, wie wir selbst damit umgehen und unsere Aufmerksamkeit umlenken.
Doch genau hier kann Verkürzung stattfinden. Gesunde Abgrenzung bedeutet nicht, einfach alles stehen oder laufen zu lassen. Sie bedeutet nicht Gleichgültigkeit und schon gar nicht, die eigenen Gefühle wegzudrücken. Wer verletzt ist, ist verletzt. Wer enttäuscht ist, ist enttäuscht. Wer sich zurückgewiesen fühlt, spürt genau das. Diese Emotionen verschwinden nicht dadurch, dass wir uns sagen: Let them oder Let me, wie die Autorin empfiehlt.
Viel wichtiger ist die Frage: Warum trifft mich das so sehr? Warum fällt es mir schwer, Nein zu sagen? Warum habe ich Angst vor Konflikten? Warum fühle ich mich verantwortlich für das Wohlergehen anderer? Warum entsteht sofort Schuldgefühl, wenn ich meine eigenen Bedürfnisse äußere?
Hier beginnt Selbsterkenntnis. Oft sind es nicht die anderen Menschen, die uns derart erschöpfen. Es sind unsere eigenen inneren Antreiber. Der Wunsch, es allen recht zu machen. Die Angst vor Ablehnung. Der Glaube, für Harmonie verantwortlich zu sein. Die Überzeugung, gebraucht werden zu müssen, um wertvoll zu sein.
Aber frage dich bitte auch: Erlebe ich vielleicht etwas, dass im Gegensatz zu meinen Werten steht? Ist ein Verhalten manipulativ oder gar abwertend und damit schädlich? Gesunde Abgrenzung bedeutet nicht: „Sollen sie doch machen.“ Sondern: „Ich entscheide, wie ich damit umgehe, was ich zulasse und was ich brauche.“ Das klingt ähnlich, ist aber etwas vollkommen anderes und führt zu anderen Verhaltensweisen.
Abgrenzung beginnt bei der Beziehung zu uns selbst. Sie entsteht dort, wo wir lernen, unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen, ohne uns dafür rechtfertigen zu müssen. Wo wir aufhören, permanent um Verständnis, Zustimmung oder Erlaubnis zu kämpfen. Wo wir erkennen, dass Fürsorge für andere wichtig ist, Selbstfürsorge aber noch davor kommt. Unsere Werte sind dabei unser Kompass.
Vielleicht geht es also nicht um: Let them. Sondern um: Know yourself. Denn je besser wir uns selbst verstehen, desto weniger müssen wir kontrollieren, was andere tun. Und desto leichter gelingt die gesunde Abgrenzung.
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.
Albert Einstein
Führst du schon ein Eigenleben? Oder funktionierst du noch?
Seien wir doch mal ehrlich: Wir verbringen einen großen Teil unseres Lebens damit, Erwartungen zu erfüllen. Im Beruf. In der Familie. Im Freundeskreis. Wir kümmern uns, übernehmen Verantwortung, organisieren, planen und funktionieren. Oft so lange, bis wir irgendwann merken, dass wir zwar allem gerecht werden wollen, dabei aber uns selbst aus dem Blick verlieren. Dann taucht eine wichtige Frage auf: Lebe ich mein Leben oder erfülle ich vor allem die Erwartungen anderer?
Dabei geht es nicht darum, Verantwortung abzulehnen. Im Gegenteil. EIGENLEBEN bedeutet, trotz aller Verpflichtungen die Verbindung zu sich selbst zu bewahren oder wiederzufinden. Zu erkennen, was einem wirklich wichtig ist. Welche Werte Orientierung geben. Wo gesunde Grenzen fehlen. Und was uns Kraft, Freude, Sinn und Lebendigkeit schenkt. Die Antwort auf diese Fragen ist nicht immer bequem. Aber oft ist sie der Beginn einer wichtigen Veränderung.
Ein erfülltes Leben entsteht nicht zufällig. Es entsteht dort, wo wir aufhören, ausschließlich zu funktionieren, und anfangen, bewusste Entscheidungen für uns selbst zu treffen. Wenn du dir dafür Zeit nehmen möchtest, lade ich dich herzlich ein:
✨ EIGEN/LEBEN DAY
Ein inspirierender Tag zum Innehalten, Reflektieren und Neuausrichten. 📍 5. Dezember 2026 | Köln
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Vier Tage voller Impulse, Reflexion und persönlicher Entwicklung. Zeit, dein Potenzial zu entdecken, neue Perspektiven zu gewinnen und eine klare Vision für deinen weiteren Weg zu entwickeln.
24.–27. Januar 2027 | Wellnesshotel Bayerwaldhof
Meine YouTube-Empfehlung zum Thema Depression: „Ich hatte einen schwarzen Hund“
Die Tage werden kürzer und viele Menschen spüren, dass ihre Energie sinkt. Antriebslosigkeit, Müdigkeit, ein erhöhtes Schlafbedürfnis oder eine gedrückte Stimmung sind im Herbst keine Seltenheit. Doch manchmal steckt mehr dahinter als ein vorübergehender Herbstblues. Wenn Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Erschöpfung oder Rückzug über Wochen anhalten und den Alltag beeinträchtigen, kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen. Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die jede und jeden treffen und behandelt werden kann. Das Video der WHO beschreibt die Krankheit sehr gut, wie ich finde. Gerne helfe ich weiter mit Kontakten zu Beratungsstellen – schreib mich gerne an.
